Liebe Gemeinde!

Bis auf Weiteres gibt es keine Andachten und Gottesdienste. Das Pfarramt ist bis auf Weiteres geschlossen.

Pfr. Metzger ist telefonisch erreichbar, 07361/8520. Im Internet und auf facebook gibt es regelmäßig aktuelle Andachten.

Aufgrund des Coronavirus entfallen alle Veranstaltungen bis einschließlich 19. April 2020. Bitte tätigen Sie keine Hamsterkäufe, da auch selbst in Italien weiterhin Drogerien, Apotheken und Lebensmittelgeschäfte geöffnet sind. Bewahren Sie Ruhe und verzichten Sie weitest gehend auf soziale Kontakte, vor allem wenn Sie erkältet sind.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Pfarrer Manfred Metzger

Hilfen, wenn man wegen Corona nicht einkaufen kann, finden Sie hier

Andacht zum Palmsonntag, 5.4.2020

Liebe Gemeinde,

wann ist der richtige Zeitpunkt. Wann ist der richtige Zeitpunkt, um die strengen Regelungen zum Schutz vor dem Coronavirus wieder zu lockern?

So fragen manche Politiker/innen schon, bevor wir überhaupt wissen, ob wir denn zum richtigen Zeitpunkt Schutzmaßnahmen getroffen haben. Vielleicht wäre früher besser gewesen. Nicht wenige Mediziner gehen davon aus, dass China über 90% der Infektionen hätte vermeiden können, wenn sie die ersten Entdecker nicht kriminalisiert, sondern umgehend gehandelt hätte.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um das geht es auch im Predigttext zu Palmsonntag:

„Und als er(Jesus) in Betanien war im Hause Simons, des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Glas mit unverfälschtem und kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Glas und goss es auf sein Haupt. Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls? Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an. Jesus aber sprach: Lasst sie in Frieden! Was betrübt ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit.

Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt für mein Begräbnis. Wahrlich ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat. (Markus 14, 3-9)

Gerade noch rechtzeitig, bevor Jesus verhaftet und zum Tode verurteilt, hat es die Frau (die kirchliche Tradition verbindet diese und andere Geschichten mit der Jüngerin Maria Magdalena) mit dem Nardenöl noch geschafft, zu Jesus vorzudringen. Sie spürt es, dass nicht mehr viel Zeit bleibt, um ihm diesen großen Liebesdienst zu tun. Sie kommt noch rechtzeitig. Und auch wenn sie wenige Tage später unter dem Kreuz aus Trauer zittert und klagt, das bleibt, rechtzeitig hat sie Jesus diesen großen Dienst getan. Und da kommt es auch nicht darauf, wie kostbar dieses Nardenöl ist; Ausleger gehen von einem Jahreslohn eines Arbeiters aus. Alles, was sie hat, wirft sie in die Waagschale, nicht um für Werkgerechtigkeit gelobt zu werden, sondern als Zeichen der Liebe. „Für dich würde ich alles tun, egal was es kostet.“ Das ist ihre Botschaft. Und dagegen wirkt die Kritik der Jünger, wie kleinkrämerisches Genörgel. Dieses absolute Vertrauen, diese Tat der Liebe kennt keine Grenzen, ja, sprengt die Grenzen aller Berechenbarkeit und Vernunft.

Genau wie Jesus selbst, er gebärdet sich nicht als Juniorchef mit allen Vorzügen und Privilegien, er übernimmt selbst die Drecksarbeit und weicht der Verfolgung und dem Tod nicht aus. Er will uns in der Krise zeigen, wie sehr sein Vertrauen auf Gott ihn durchgetragen hat, durch Folter und Sterben hindurch zum ewigen Leben. Maria bleibt an seiner Seite bis in den Tod und Tage später als erste Zeugin der Auferstehung.

Sie ist von der Salbung über die Kreuzigung bis zur Auferstehung immer am richtigen Ort zur richtigen Zeit.

Es bleibt für uns in der Krise diese Geschichte der Rechtzeitigkeit Trost und Ermutigung zugleich, weil Gott Jesus beigestanden hat, so steht er uns auch bei, das gibt Mut und Kraft für unser Leben und verweist uns auf unsere Nächsten die Trost und Zuversicht brauchen.

So wünsche ich Ihnen ermutigende Erfahrungen in der Karwoche und frohe Ostern, Ihr Pfarrer Manfred Metzger.