Andacht

Kürzlich konnte ich in einem Garten, im landschaftlich zauberhaften Ermstal, eine schöne weiße Pfingstrose fotografieren. Ich bin immer fasziniert davon, wie viele Blütenblätter eine solche Pflanze entwickelt und wie wohl geordnet die Blüte aussieht.

Leider sind wir aus gegebenem Anlass derzeit nicht in dem Ordnungsrahmen unterwegs, den wir gewohnt sind. Das verunsichert. Und die Nachrichtenfülle ist ebenfalls sehr unübersichtlich. Da heißt es kühlen Kopf bewahren, genau recherchieren und sich in den neuen Ordnungsrahmen einfügen. Wer die Krankheits- und Todeszahlen in Deutschland sieht, kann froh sein, dass das bei uns nicht so aussieht, wie z.B. in Großbritannien und den USA, wo zu spät reagiert wurde und das Gesundheitssystem nicht so gut geordnet ist.

Weil viele, Einschränkungen auf sich genommen haben, konnten viele gerettet werden. Das entspricht dem Geist von Pfingsten. Viele sind an Pfingsten in Jerusalem gläubig geworden, haben sich von Petrus taufen lassen und haben fortan eine große Gemeinschaft gebildet. Diese Gemeinschaft strahlte weltweit aus und in der verfassten römisch-katholischen Kircheist dieser weltweite Gedanke institutionalisiert worden. Deswegen darf Kirche auch keine Begrenzungen kennen, muss weltweit orientiert sein, global denken und lokal handeln. Deswegen darf uns das Schicksal anderer Länder auch nicht kalt lassen. Viele Hilfsorganisationen bemühen sich gerade darum, Länder zu unterstützen, die stärker vom Virus getroffen wurden, das ist richtig und wichtig. Denn wenn unsere Nachbarn leiden so leiden wir mit. Wir müssen als Christen und Europäer ein Interesse daran haben, das unsere europäischen Nachbarn wie Italien und Spanien wieder auf die Füße kommen. Das ist auch ökonomisch sinnvoll.

Übertragen auf das Blütenbild der Pfingstrose bedeutet das, dass nur eine schöne Blüte zu Stande kommt, wenn alle Blätter schön sind. Eine gerupfte Rose sieht nicht schön aus. Wer an der Einheit arbeitet, muss auch die Schwächsten im Blick haben und sich darum bemühen, dass alle wieder aufblühen können.

In diesem Sinne kommen sie gut durch die Krise und behalten Sie ihre nächsten im Blick, wie es in einem Kanon heißt:“ Das Erde und Himmel dir blühen, dass Freude sei größer als Mühen, dass Zeit auch für Wunder, für Wunder dir bleib und Friede für Seele und Leib.

Ihr Pfarrer Manfred Metzger.

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